Die Entwicklung elektronischer Musik im Nightlife. Hier: Flensburg

Früher war alles besser, sagt man. Das stimmt nur bedingt. Vor leicht 10 Jahren gab es in Deutschland noch eine große und Bekannte Szene der gehobenen elektronischen Tanzmusik. Geprägt war´s damals durch:

Mellow Trax, Kai Tracid, Mark ´Oh (Droste hörst du mich? 1995^^), Gary D (D Trance) oder auch Cosmic Gate:

.

Danach wurde es über die Jahre härter und härter, ohne seine Tanzbarkeit zu verlieren. In dieser Zeit entwickelten sich Hardstyle (Jumpstyle und auch Hardbass). Mein persönlicher Qlimax (kleine Anspielung auf eine Großveranstaltung)in dieser Entwicklung war die letzte Ravolution im Fantasy zu Tarp vor 1,5 Jahren. Das ging nach vorne. Die Musik als solche lebt freundlicherweise wieter. Groß sind z.B. Tatanka, Technoboy und meine "Lieblinge": Showtek:



In der Szene sehr beliebt, vom breiten Pöbel allerdings nicht. Somit in normalen Diskotheken absolut nicht aufzufinden.

Um aber auch für die Masse was tanzbares zu produzieren wurde House größer und größer bis, ja bis, man es eigentlich nicht mehr hören kann. Oft aber die einzige Form "elektronischer" Musik im Nightlife.:



Nett ist, dass es auch da treibende Kräfte gibt, welche das ganze auch für Menschen wie mich feierbar machen. Nimmt man bei House das Gedudel, so hat man Elektro oder Minimal, Frage is nur, wieviele BPMs man hat. Wichtig bei beidem ist: Hauptsache langweilig und KEINE Sounds drin, die die Leute irgendwie nach vorne treiben. Beim Minimal regelt der Bass z.B., den kann man ja ordentlich aufreissen...muss man auch... Manchmal ist es einigermaßen langweilig und monoton. Z.B. bekam ich das Album eines Bekannten Berliner Künstlers, welches ich nebenbei hörte. Nach ner Stunde dachte ich, das könnt ma irgendwie abwechslungsreicher sein. Sah dann, dass ich bei winamp replay: 1 an hatte...naaaajaaaa^^.

"Minimal, don't ask how or why. But it works." - Youtube comment



In Flensburg mittlerweile etabliert dahingehend, dass es im KOMPLEX eigentlich nur noch Minimal zu hören gibt. Darüber hinaus gibt es die monatliche Veranstaltung "Electronic Movement" im Kühlhaus, wo eigentlich auch nur Minimal aufgelegt wird. Wobei aufgelegt sehr relativ is, verwendet man Traktor Scratch. Man könnte sich als Publikum btw. mal wundern, dass der DJ prima an den Turntables steht, ordentlich an den Platten dreht zum mixen, die Platten aber NIE wechselt. Naja, was solls, Hauptsache keine Jitter in den Tracks^^.

Beim letzten Electronic Movement sprach ich mit nem Komplexmitarbeiter:

Weißt du, was mich bei euch stört?
- Dass es so klein ist?
Naja, gut, weißt du, was mich auch stört? Dass so nach feuchten Wänden aka Wasserschaden müffelt. Und da braucht man nur reinkommen.
- Jaaa, das stimmt schon. Aber wir haben keinen Schimmel!!!!

Dann is ja gut.