RAF

Kürzlich die Reportage:
Die RAF (D) Zweiteiliger Dokumentarfilm, Der Krieg der Bürgerkinder und Der Herbst des Terrors von Stefan Aust und Helmar Büchel, ARD, 09./10. September 2007

gesehen und ich war sehr überrascht, was zu erfahren war. Als damals die Lansdhut entführt worden war, wurde eine Landung in Jemen erwartet, also ist fix ein deutscher hingeflogen mit 10.000.000 DM dabei um die Regierung freundlich zu stimmen, was einen GSG9 Einsatz dort anbelangt. Kurzerhand wurde er zu Verhandlungen ermächtigt, ohne Einschränkungen, auch was Entwicklungshilfe im Jemen anbelangt. Interessant wie schnell sowas geht. Dass es eine Bundesgrenzschutzeinheit mit 500 Leute zur Terrorbekämpfung gab, die nicht von Regierung etc. kontrolliert wurde fand ich auch lustig.

Zu Zeiten des deutschen Herbstes, also genaugenommen zum RAF- Höhepunkt mit der Schleyerentführung, gab es ein überparteiliches Gremium um den Terror mal in den Griff zu bekommen. Vorschlag eines Mitgliedes war es, die in Stammheim inhaftierten RAF- Spitzenmitglieder zum Tode zu verurteilen, was ausgeführt werden sollte wenn deren Freipressung versucht werden sollte. Wurde abgelehnt. Sehr sehr interessant fand ich den Vorschlag an sich. Seit wann kann die Regierung auf Prozesse und deren Urteile Einfluss nehmen? Ich muss sagen, dass ich diesbezüglich in meinem Staatsvertrauen sehr naja, am zweifeln bin.

Ergänzend zu meiner Aussage möchte ich diesen LINK anfügen. Es handelt sich um eine Zusammenfassung der Aufzeichnungen Baaders.

Die Inhaftierten wurden wohl auch illegal abgehört, was relativ einfach war, weil die Inhaftierten eine Kommunikationsanlage schufen um zwischen den Zellen zu kommunizieren. Praktischerweise gabs ein Schwachstromnetz für Trockenrasierer dazu n paar boxen, Plattenspieler, Kabel und Gedöns (die hatten da alles) fertig war das Telefon. Interessanterweise gibts über dieses System ein detailliertes Gutachten welches einen Tag nach dem kollektiven Selbstmord der Führungsetage RAF erstellt wurde. Waffen hatten die auch, also 2 Pistolen, welche von Anwälten reingebracht wurden, welche auch für die Kommunikation nach aussen sorgten, weil Sie die RAF- Post zugestellt haben. Unglaublich was damals abging. 8 Stunden konnten die jeden Tag zusammenhocken und lustig Pläne schmieden. Da wurde alles erlaubt, weil die RAF gegen die so genannte Isolationsfolter wetterte und sich die Regierung in der Kritik sah. Hitlerdeutschland war da auch nicht soooo lange her, das war nicht gut fürs Image.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich habs auch gesehen. Schon paar Wochen her.

Ich würd die Inhaftierten auch zusammenfinden lassen, denen ein Komm-Sys geben, sie dann abhören. So Terrorring zerschlagen. Gibt da'n Spruch: Nimm keine Geschenke vom Feind an.

Ahjo, und: Der Staat wächst mit seinen Aufgaben.

-- Tickles

Anonym hat gesagt…

Letzteres stimmt natürlich. Generell ist das schon vernünftig, die Kommunikation zu belauschen. Habe aber nicht das Gefühl dass das letztendlich was gebracht hat.